Steuern (3)

Das Zahlenbeispiel basiert auf den Weltwoche-Artikel (Nr. 4/2003).

Der Arbeitgeber hat einen Posten Lohnausgaben, der z.B. 100'000 Fr. für einen Mitarbeiter pro Jahr betrage.

Der Arbeitgeber ist von Gesetzes wegen verplichtet seinen Anteil an den Beiträgen für Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV), Erwerbsersatzordnung (EO), Arbeitslosenkasse (ALV), Unfallversicherung und Familienzulagen zu bezahlen. Normalerweise rechnet man mit mindestens 16 Prozent.

Unser Arbeitnehmer erhält damit einen Bruttolohn von monatlich 6'600 Fr., inklusive eines 13. Monatslohns macht das total 85'800 Fr.

Die Arbeitnehmer müssen auch ihren Anteil an den Abgaben an AHV, IV, EO etc. zahlen, der Weltwoche-Artikel nennt einen Satz von mindestens 14 Prozenten. Effektiv erhält unser Mitarbeiter damit pro Jahr 75'000 Fr. ausbezahlt.

Alle Jahre schickt das Steueramt allen steuerpflichtigen Einwohnern einen Brief mit der Aufforderung, ihre Einkommen und Vermögen zu deklarieren. Die daraus resultierende Steuerrechnung hängt unter anderem vom Wohnort ab und kann sich um einen Faktor zwei unterscheiden. Für unseren Arbeitnehmer, der mit seinem Lohn eine Frau und zwei Kinder ernähren muss, ist 8'000 Fr. ein typischer Wert.

Schliesslich ist man in der Schweiz von Gesetzes wegen verplichtet, sich gegen Krankheit zu versichern. Für eine vierköpfige Familie kostet das 8'100 Fr.

Bei einem monatlichen Konsum von 3'000 Fr. für Nahrungsmittel, Kleider, Wohnungseinrichtung, Ferien usw. kommen weitere jährliche 2'600 Fr. Mehrwertsteuer-Abgaben zusammen. Für den Grossteil der Produkte gilt ein Satz von 7.6 Prozenten, die Hotellerie-Lobby hat für sich einen tieferen Satz von 2.3 % durchgedrückt.

Autofahrer zahlen natürlich auch Steuern, der Weltwoche-Artikel schätzt die folgenden jährlichen Beiträge: Motorfahrzeugsteuer 400 Fr., Mineralölsteuer 770 Fr. (13'000 km pro Jahr und 8 l pro 100 km Verbrauch), diverses 130 Fr. (Autobahn-Vignette, Abgas-Wartung, Fahrzeugausweisgebühren), schliesslich werden in der Schweiz keine Autos hergestellt, also muss das Fahrzeug importiert werden und der Zoll kostet durchschnittlich 100 Fr. pro Jahr auf die Lebensdauer umgerechnet. Alles zusammen 1'400 Fr. ohne Mehrwertsteuer.

Raucher zahlen hohe Abgaben, ein Päckchen pro Tag ergibt 900 Fr. pro Jahr an Tabaksteuern.

Wer in der Schweiz einen Fernseher und ein Radio betreibt, zahlt 450 Fr. pro Jahr für die Empfangskonzession, welche auch obligatorisch ist für Personen, die auf die Programme der SRG SSR Idée Suisse verzichten möchten.

Des weitern gibt es in der Schweiz noch die Alkoholsteuer, die Hundesteuer, die Spielkasinosteuer, die Stempelabgabe auf Versicherungen, die Billetsteuer, Schulgebühren für Universitäten, Gebühren für Kehrricht- und Abfallentsorgung, Zahnarztrechnungen, Selbstbehalte für andere Krankheitskosten und so weiter. Wenn wir dafür den Betrag von 3'550 Fr. annehmen, dann machen die Steuern exakt 50 Prozent unseres Modelleinkommens von 100'000 Fr. aus.

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letzte Änderung: 16.02.2003 11:54     © Felix Müri